Arktisches Rügen – meine Fototour an die vereiste Ostsee
26. Oktober 2026
Mitte Februar 2026 bin ich spontan nach Rügen gefahren, um die vereiste Ostseeküste zu fotografieren. Die besondere Wetterlage war der Anlass für diese Tour. Unterwegs war ich in Sassnitz und am Palmer Ort. Dort konnte ich Landschaften erleben, die auf mich fast unwirklich wirkten. Zwischen den großen Eisflächen habe ich mich unglaublich klein gefühlt. Besonders eine Aufnahme von dieser Reise zeigt ziemlich gut, was ich damit meine.
Spontan an die vereiste Ostsee
Die Fahrt war nicht lange im Voraus geplant. Durch die Vereisung hatte sich an der Küste eine Situation ergeben, die ich unbedingt fotografieren wollte. Also ging es spontan an die Ostsee. Bei solchen Wetterlagen lässt sich eine Fototour nur bedingt auf einen späteren Zeitpunkt verschieben. Für mich war das eine Gelegenheit, Rügen unter ganz besonderen Bedingungen zu erleben.
Zur Tour gehörte allerdings auch, dass der Zugang zu den Motiven teilweise schwierig war. Straßen, Feldwege und Waldwege waren vereist. Das betraf also schon die Wege zur Küste und nicht erst das Fotografieren vor Ort. Die Vereisung, wegen der ich überhaupt losgefahren war, machte es gleichzeitig schwieriger, an die gewünschten Stellen zu gelangen. Das gehört für mich genauso zu diesem Reisebericht wie die fertigen Fotos: Hinter den Aufnahmen stecken auch Bedingungen, die man auf einem Landschaftsbild später kaum noch sieht.

Mole und Leuchtturm im Eis
In Sassnitz konnte ich die mit Eis bedeckte Mole und den Leuchtturm fotografieren. Der Anblick war beeindruckend. Das Eis hatte sich um den Turm gelegt und hing in dicken Strukturen an der Mole. Dazwischen waren noch Teile der grünen und weißen Fassade zu erkennen. Gerade diese vertrauten Formen in der vereisten Umgebung machten die Situation für mich so besonders.
Beim Fotografieren gab es dort sehr unterschiedliche Möglichkeiten. Ich habe sowohl den Leuchtturm mit seiner Umgebung als auch engere Ausschnitte aufgenommen. Auf den weiteren Ansichten wird deutlich, wie viel Eis rund um die Mole lag. In den näheren Aufnahmen kommen die dicken Eisschichten am Bauwerk besser zur Geltung. Zusammen erzählen die Bilder für mich mehr von diesem Ort, als es eine einzelne Aufnahme könnte.



Mit der Kamera in Sassnitz
Ein paar Bilder zeigen auch den Blick über die Kamera auf das Motiv. Ich finde solche Einblicke bei einer Fototour immer interessant, weil sie den Zusammenhang zwischen dem Aufnahmestandort und dem fertigen Foto zeigen. Man sieht die Kamera auf dem Stativ, dahinter die vereiste Mole und auf dem Display bereits den gewählten Ausschnitt.
Auch die dunkleren Aufnahmen gehören zu dieser Serie. Darauf wirkt die vereiste Umgebung noch einmal anders als auf den hellen Bildern. Besonders an den Steinen und an der Mole werden die Eisschichten deutlich. Für mich ergänzt dieser Wechsel die Aufnahmen aus Sassnitz gut, weil er weitere Eindrücke von derselben außergewöhnlichen Situation festhält.



Die Eislandschaft am Palmer Ort
Ein weiterer Ort auf meiner Tour war der Palmer Ort. Hier stand für mich die ausgedehnte Eislandschaft im Mittelpunkt. Entlang der Küste lagen Eisschollen und übereinandergeschobene Platten. Darüber hinaus zog sich die helle Fläche weit in die Ferne. Dieser Anblick war einfach atemberaubend. Ich war wegen der Vereisung nach Rügen gefahren, aber mittendrin zu stehen und diese Weite selbst zu sehen, war noch einmal etwas ganz anderes.
An der Küste wechselte der Blick zwischen den Eisplatten direkt vor mir und der Landschaft dahinter. Schon die näheren Bereiche boten viele Motive. Gleichzeitig wollte ich auf den Bildern auch festhalten, wie weit sich das Eis erstreckte. Gerade das lässt sich mit einer Kamera gar nicht so einfach vermitteln. Ein enger Ausschnitt kann die Strukturen sehr gut zeigen, verliert aber schnell den Eindruck davon, wie groß die Umgebung tatsächlich war.


Ein winziger Punkt zwischen den Eisflächen
Auf einer der weiten Aufnahmen bin ich selbst zu sehen. Man muss schon etwas genauer hinschauen: Im unteren Bildbereich stehe ich als winziger dunkler Punkt zwischen den Eisflächen. Rundherum ist fast nur diese riesige, helle Landschaft. Genau so habe ich mich dort gefühlt. Man steht mit seiner Fotoausrüstung an der Ostsee und kommt sich auf einmal ganz klein vor.
Dieses Bild ist für mich deshalb ein wichtiger Teil des Berichts. Es zeigt die Größenverhältnisse und erinnert mich an dieses surreale Gefühl vor Ort. Ohne die kleine Person könnte man die Ausmaße leicht unterschätzen. Mit mir im Bild wird sichtbar, wie wenig Raum ein Mensch in dieser Landschaft einnimmt. Die Eisflächen wirken nahezu endlos. So etwas selbst erleben und fotografieren zu können, war für mich etwas ganz Besonderes.


Unterwegs mit der Fotoausrüstung
Neben den fertigen Landschaftsaufnahmen gehören deshalb auch die Bilder vom Fotografieren dazu. Mit Kamera, Stativ und Rucksack zwischen den Eisschollen unterwegs zu sein, war ein wesentlicher Teil dieser Tour. Die Aufnahmen hinter den Kulissen zeigen etwas davon: das Tragen der Ausrüstung, das aufgebaute Stativ und den Standort mitten in der winterlichen Umgebung.
Wenn ich mir die Serie ansehe, bleiben gerade diese Bilder für mich wichtig. Sie verbinden die Landschaft mit der eigentlichen Fototour. Auf einem fertigen Foto verschwindet die Kamera natürlich aus dem Blick. Hier ist auch einmal zu sehen, wo sie stand und wie die Umgebung außerhalb des gewählten Bildausschnitts aussah.




Von der weiten Landschaft zu den Details
Bei all der Weite gab es auch im Kleinen viel zu entdecken. Zwischen den weiß verschneiten Flächen schimmerte das Eis stellenweise blau bis türkis. Manche Platten lagen übereinander, andere standen mit ihren Kanten aus der Fläche heraus. Diese Strukturen habe ich ebenfalls fotografiert. Sie gehören für mich genauso zur Erinnerung an die Reise wie der Leuchtturm und die großen Übersichtsaufnahmen.
Die beiden Orte haben sich für mich gut ergänzt. In Sassnitz gab es mit der Mole und dem Leuchtturm einen klaren Bezugspunkt in der vereisten Umgebung. Am Palmer Ort war es vor allem die Weite, die mich beeindruckt hat. Dadurch war auch das Fotografieren unterschiedlich. Mal stand ein einzelnes Bauwerk im Mittelpunkt, mal wollte ich den Eindruck einer ganzen Landschaft festhalten. Beides gehörte zu dieser besonderen Wetterlage. Gerade diese unterschiedlichen Eindrücke machten die spontane Fahrt für mich spannend und geben mir heute verschiedene Erinnerungen an dieselbe Reise zurück.


Was von der Tour bleibt
Die spontane Fahrt nach Rügen hat sich für mich sehr gelohnt. Die vereisten Zufahrten machten die Tour teilweise schwierig, aber die Landschaft war unglaublich beeindruckend. Aus Sassnitz und vom Palmer Ort habe ich ganz unterschiedliche Aufnahmen mitgebracht. Besonders bleibt mir dieses Gefühl, selbst nur ein winziger Punkt in der Eislandschaft gewesen zu sein.